9: Vom Karl-Ludwig-Haus nach Altenburg a.d. Rax

Summary: Ohne Hüttengaudi 2.000 Meter Höhe geknackt, dann Abstieg von der Rax in die Steiermark.


Fangen wir beim Hüttenleben an. Ich hab ja diesbezüglich eine offensichtlich etwas veraltete Vorstellung von Hüttengaudi und Gemütlichkeit. Das reale Hüttenleben ist natürlich anders:


Schon beim Check In (klassischer Begriff aus der Hüttenwelt) wurde ich auf die Hüttenregeln aufmerksam gemacht: keine Bergschuhe bei den Zimmern, 18 Uhr 30 Küchenschluss, Duschen mit Warmwasser kostet zumindest 6 EUR, 22 Uhr Nachtruhe, ... - irgendwie wie früher bei den Schul-Skikursen - nur ohne Disco-Abend.


Altersgemäß hab ich mir ein Einzelzimmer genommen und einmal alles, was nass war aufgehängt. Nach der 6 EUR-Dusche bin ich dann in den riesigen Gastraum gegangen, wo ich zuerst mit dem Hüttenpersonal allein war. Etwas später ist dann noch eine Wandergruppe dazugekommen, die die meiste Zeit darüber debattiert hat, wie sie morgen rechtzeitig vor den angesagten Gewittern heim kommen.


Alles in allem eine Bombenstimmung und da ich auch etwas erschöpft war, bin ich um 21 Uhr schlafen gegangen - deutlich vor der Nachtruhe.



Und ich dachte, dass solche Betten schon verboten sind. Ihr könnt euch sicher vorstellen, wie man mit so einer Unterkonstruktion schläft - es handelt sich da um so eine Art Durchhänge-Matratze mit entsprechenden Nebenwirkungen für den nicht mehr ganz so jungen Körperbau.


Also hab ich mich entschieden, nicht zu verlängern und bin kurz nach 7 Uhr aufgebrochen. Um zu zeigen, dass ich wirklich hoch oben war ein kleines Beweisfoto (noch gestern Nachmittag fotografiert):


Das erste Etappenziel war heute ein Gipfel der Rax - die Heukuppe, die tatsächlich über 2.000 Höhenmetern liegt. Und trotz bestätigter Prognose, dass es erst ab 14 Uhr Gewitter gibt, sind gleich in der Früh ein paar Wolken vorbeigekommen. Und Wolken am Berg heißt bekanntlich Nebel, was jetzt nicht so mein Lieblings-Szenario wäre.


Klug, wie ich nun einmal bin, hab ich einfach beschleunigt, um über die Wolken zu gelangen. Für die, die mich weniger gut kennen: das war nicht ernst gemeint.


Und wie ihr seht, hab ich dann tatsächlich auf die Wolken hinunter geschaut.


Nach knapp einer Stunde hab ich den Gipfel erreicht, der Gott sei Dank nach allen Seiten flach verläuft.



Jetzt war der schwierigste Teil an der Reihe: der Abstieg über den Altenberger Steig. Neben dem Schlangenweg, über den ich gekommen bin, ist das laut Beschreibungen der einfachste Abstieg von der Rax. Vor dem Einstieg haben mir noch ein paar Steinböcke alles Gute gewünscht.


Ich gaube, als Tier-Fotograf fehlt mir ein bisschen das Talent.


Zurück zum Abstieg: An sich war der Steig technisch wirklich nicht schwierig, aber da die Rax ziemlich hoch ist, kann man oft ziemlich weit hinunter schauen, sodass ich mich doch das ein oder andere Mal mehr auf den Weg als auf den Fernblick konzentriert habe. Im übrigen habe ich jetzt auch das dritte Bundesland - die Steiermark - erreicht.


Das Ende des schwierigen Teils habe ich dann im Gasthof Moassa entsprechend zelebriert. Und auch wenn das für die Tiroler*innen vermutlich ein Lärcherlschas (schönes Wort) war, so bin ich als Großstädter doch recht zufrieden mit mir.


Heute war mein Timing perfekt, denn 15 Minuten bevor Regen und Gewitter gestartet haben, bin ich im Altenbergerhof angekommen, wo ich mich jetzt ein bisserl erhole.



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