48: Von Buchboden nach Thüringerberg

Summary: The end is near.


Nach meiner kurzen Verzweiflung wegen dem Quartier gestern Abend habe ich heute eine gute Lösung fürs Finale gefunden: ich gehe heute bis Thüringerberg und fahre dann mit dem Bus zurück ins heutige Quartier; Sonntag Früh fahr ich mit dem Bus wieder zum Endpunkt meiner heutigen Wanderung und morgen Abend bin ich in Feldkirch!!!


Aber alles der Reihe nach. Ich bin heute so gegen 3/4 9 Uhr gestartet. Der Weg führte entlang des Lutzbaches, der dann zum (zur) Lutz wird, bis Sonntag - das ist in dem Fall ein Ort und keine Zeitangabe. Eigentlich ist es interessant, dass der oder die Lutz "Lutz" heisst und nicht Wals weil er oder sie ja im großen Walsertal fließt.



In Sonntag wollte ich eigentlich zum Bankomaten gehen. Da ich keinen gefunden hab, bin ich halt zum Löwenwirt gegangen. Dort hab ich mit dem Kellner geplaudert und er hat mir ein bisschen kroatische Geschichte erklärt.



Dass ich ausgerechnet hier in Sonntag (am Samstag) eine Kapelle entdecke, die dem Weltfrieden gewidmet ist, war ein interessantes und nettes Detail der heutigen Etappe.


Das nächste Zwischhenziel hieß Blons, mein geplanter Mittagsstopp. Als ich den Ort fast schon auf einer Geraden sehen konnte, ist es wieder bergab gegangen.



Ich gehe ja auf dem Walserweg, der von der Theorie her dem Fluss entlang des Tales folgt. In Wirklichkeit verbergen sich da mehr Höhenmeter als bei so mancher Bergtour. Vor Blons geht es daher wieder ganz schön bergauf und da es ziemlich heiß ist, bin ich durchaus reif für eine Pause. Ihr habt es sicher schon geahnt: der Dorfwirt sperrt erst um 14 Uhr auf und es ist erst kurz vor 13 Uhr.


Also gehe ich weiter nach St. Gerold, wo es in der Probstei ein Restaurant geben soll. Luftlinie sind Blons und St. Gerold faktisch nebeneinander. Der Walserweg führt aber durch die kleine Schlucht dazwischen. Das heisst steil bergab und dann wieder steil bergauf mit vielen Kurven und immer wieder Brücken über kleine Bäche oder steile Stellen.



Ich bin waschelnass in der Probstei angekommen. Ein älterer Herr im Restaurant hat mich milde angelächelt und gesagt: "Es ist heute ganz schön heiß" - eine nette Umschreibung für "Du stinkst nach Schweiß". Sie haben dann für mich die Terrasse geöffnet, wo ich dann aus der kleinen Karte (die große gibt es bis 14 Uhr und ich war 10 Minuten nach zwei dort) etwas wählen konnte. Ich war übrigens - abgesehen von 130 Fliegen - der einzige Gast auf der Terrasse.


Die letzte Etappe bis Thüringerberg ging dann genauso weiter, wie die vorherige aufgehört hat. Ein wirklich schöner Weg, aber schon recht anstrengend.



Bei uns im Osten würde man bei solchen Leitern schon Klamm oder Schlucht dazu sagen - hier ist es einfach ein Weg.


Es hat manchmal auch Vorteile, wenn man etwas länger braucht, so musste ich nur 10 Minuten auf den Bus warten, mit dem ich zurück ins Hotel gefahren bin - es war nur ganz leicht irritierend, dass eine Tages-Etappe mit dem Bus in einer halben Stunde geht, aber so kann man das natürlich nicht sehen.



Nach dem Abendessen sitze ich jetzt gerade auf dem Balkon und schaue noch einmal wehmütig in die Berge und beginne mich zu verabschieden - ihr werdet mir abgehen.



Morgen ist dann Zieleinlauf in Feldkirch und Montag geht's nach Hause, aber schauen wir, was der morgige Tag noch bringt.

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