46: Von Warth nach Schröcken

Zusammenfassung: Trotz Schigebiet schöne und gemütliche Wanderung zum "schönsten Platz in Österreich" mit Ziegenhirtenerfahrung.


Gestern Abend haben in Warth noch drei Alphornbläser gespielt.



Die haben mir fast ein bisschen Leid getan, weil sie nur 5-10 Live-Zuhörer hatten. Aber sie haben sehr schön gespielt.


Die heutige Wanderung ist ja nicht besonders schwierig, daher hab ich mir in der Früh wieder einmal ganz schön Zeit gelassen und bin erst kurz vor 10 Uhr weg gekommen. Nach Schröcken geht es ja fast ausschließlich durch ein Skigebiet - meine Erwartung war daher nicht allzu hoch.


Es hat auch gleich damit begonnen, dass ich unter drei Liften durchgehen musste. Danach verlief der Weg etwas abseits der Pisten und mit zunehmender Höhe gab es immer wieder herrliche Ausblicke - wie zum Beispiel hier zurück Richtung Lechtal.



Der Vorteil eines Skigebiets sind natürlich die Hütten und so erreichte ich schon gegen 11 die Punschhütte. Für Punsch war es zu heiß, aber der ideenreiche Hüttenwirt, bot seine Schnäpse als Impfauffrisching an, nachdem er die Impfpässe überprüft hatte.


Am Weg danach, der über schöne Weiden führte, bildete ich mit ein, ein pelziges Tier gesehen zu haben, das dann in einem Erdloch verschwunden ist. Als mittlerweile bekannter Tierfotograf legte ich mich vor dem Erdloch auf die Lauer und als ich schon fast aufgeben wollte, hab ich das gesehen.



Man sieht - wie bei meinen Fotos üblich - nicht so viel, aber man sieht ein Tier, das ich für ein Murmeltier halte. Falls das jemand als etwas anderes erkennt, wäre es nett, wenn ihr das als Kommentar rückmeldet.


Der Weg führte dann zu einem kleinen Gipfel - der aber nichts zählt, weil man ihn von der Bergstation bergab erreichen kann. Aber erneut bot sich ein wirklich sehenswerter Ausblick.



Zu Mittag hab ich auf knapp 2.000 Meter in der Hochalphütte gegessen. Danach ist es noch ein Stück bergauf gegangen, bevor der Abstieg nach Schröcken startete.


Am Anfang hab ich kaum Kühe gesehen und ich dachte, wegen dem Tourismus wird es kaum welche geben, außer ein paar Alibi-Kühe. Aber ich habe mich geirrt - es gibt hier nicht nur Viele sondern auch ein Freibad für Kühe:



(Die Kuh war natürlich mit der Veröffentlichung eines Badefotos einverstanden.)


Auch auf der anderen Seite gab es viel Landschaft zu schauen, so dass man die Lifte geistig gut ausblenden konnte.



Dann kam der schönste Platz Österreichs. Das ist natürlich nicht meine Meinung, sondern einmal im Jahr wird das scheinbar gewählt und der Köbersee wurde 2017 zu eben diesem schönsten Platz gewählt.



Schön ist er auf jeden Fall und zum Einkehren gab's auch was. Zu einem Bad im See hab ich mich nicht Durchringen können - mit dem ganzen Umpacken und Umziehen war mir das zu aufwendig.


Ich bin dann vom Köbersee zum letzten Abschnitt aufgebrochen und merke nach einiger Zeit, dass mich zwei Ziegen verfolgen. Da sie keine Hörner haben, ist das vorerst auch nicht beunruhigend. Da vorne ist eh schon die Absperrung und dann ist das auch erledigt. Interessanterweise war die Absperrung nicht zu öffnen und ich musste daher drübersteigen. Tschüss Ziegen.


Warum bimmelt's hinter mir immer noch? Die zwei Ziegen sind tatsächlich noch immer hinter mir. Dann bleib ich halt stehen und lass sie vorbei. Die beiden bleiben auch stehen und nützen das gleich für eine kleine Futterpause.



Die können ja nicht mit mir bis in den Ort gehen und ich weiß ja nicht, ob da noch einmal eine Absperrung kommt. Na gut, dann geh ich halt zurück. Meine zwei Freund*innen kommen natürlich wieder mit. Ich gehe wieder über die Absperrung und die beiden gehen einfach unten durch. Dann hab ich eine Idee. Bei der Hütte ist noch eine Absperrung - da kommen sie nicht durch.


Ich geh dorthin und dahinter ist auch noch ein Hund, der die Ziegen gleich anknurrt. Der Plan funktioniert und ich schleiche mich einmal rund herum und hoffe, dass mich die Ziegen nicht sehen. Geschafft.


Ich bin dann weiter zur nächsten Alm gegangen und dort hab ich ihre Schwestern und Brüder gesehen. Die beiden wollten eigentlich heim. Wie man's macht ist es falsch. Ich hab der Almwirtin auf jeden Fall gesagt, dass vermutlich zwei ihrer Ziegen eine Alm höher unterwegs sind und sie hat mir geantwortet, dass die beiden öfters mit Wanderern mitgehen.


Wie fast immer verbringe ich jetzt den Abend bei meinem Übernachtungswirten, schreibe diese Zeilen und werde noch ein Sudoku lösen (hoffentlich).



Morgen gibt es noch einmal eine Bergetappe, da ich über einen Pass muss, um ins große Walsertal zu kommen. Falls ihr übrigens noch Tipps habt, was ich mir bis Feldkirch noch unbedingt anschauen sollte, lasst es mich wissen.

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