45: Von Stockach nach Warth

Fazit: Ich habs bis Vorarlberg geschafft!


Heute Nacht war ich übrigens in einem Biker-Hotel. Ich hab mich schon gewundert, warum die im Gastraum Motorradfilme zeigen und das WLAN-Passwort "Motorrad!" lautet. Das Gute daran war, dass ich fast zu den Schlankesten im Hotel gehörte.


Heute ist wieder eine Schönwetter-Wanderung und keine allzu lange Etappe am Programm. Ich bin daher erst kurz nach 9 Uhr weg gegangen. Die Bremsen haben offensichtlich schon auf mich gewartet, denn es ging fast so weiter, wie es gestern aufgehört hat. Erst nach einer ordentlichen Portion "Anti-Brumm" hat sich die Lage etwas beruhigt.


Heute hab ich die Planung etwas sorgfältiger gemacht und mir dadurch 300 Höhenmeter erspart. Der Höhenweg zwischen Stockach und Steeg wäre sicher auch schön gewesen, aber ich bin die ersten Kilometer unten am Fluss geblieben.



Das ist der Blick in die Richtung, wo ich heute hin muss. Bin ja schon gespannt, weil ich mich dem Arlberg annähere. Ich hab übrigens nicht gewusst, dass der Arlberg gar kein Berg ist, sondern eigentlich nur ein Pass zwischen Tirol und Vorarlberg. Nur vermarktungstechnisch heisst die ganze Bergregion an der Grenze der beiden Bundesländer eben auch Arlberg. Warum allerdings Vorarlberg Vorarlberg und nicht Hinterarlberg heisst, ist aus österreichischer Sicht nur schwer nachvollziehbar.


Heute bin ich wieder deutlich schneller vorangekommen und war schon nach 1 1/2 Stunden in Steeg, wo ich die erste kurze Pause gemacht habe. Ich bin immer den Lechweg gegangen, der wirklich sehr empfehlenswert ist.



Der Lech hat dort gerade die richtige Strömung fürs Raften. Uns so ist eine Anfänger-Touristengruppe mit mehreren Booten gerade lautstark durch den Ort getrieben. Der Tourguide hatte seine Mühe, die nicht deutschsprachigen Rafter im Nachbarboot davon zu überzeugen, dass man nur vorwärts rudert. "Heast, paddle forward" war das nicht ganz so erfolgreiche Kommando dazu.


Ca. 3 km nach Steeg wird das Lechtal dann enger und steiler und der Lech wird von einem großen Fluss zu einem größeren Gebirgsbach.



Und der Weg geht von jetzt an stark bergauf. Wie ich diese Brücke gesehen habe, hab ich schon kurz geschluckt ...



... aber mein Weg führte nicht darüber - sie war sogar versperrt.


Nach einem langen Forststraßen-Bergauf-Hatscher wurde daraus wieder ein fast ebener netter Waldweg und man konnte Warth zum ersten Mal sehen.



Das ist aber ein ziemliches Kaf, hab ich mir gedacht. In Wirklichkeit sind es aber doch noch etwas mehr Häuser, die zum Teil hinter dem Wald versteckt sind.


Das letzte Stück des Weges entlang der Straße war nicht besonders ruhmreich. Dafür konnte ich den magischen Moment festhalten, wo ich tatsächlich Vorarlberg, das letzte Bundesland meiner Reise, betrete.



Von dort war es nur mehr ein Katzensprung zu meinem Hotel, wo neben den üblichen Dingen auch leider wieder Wäsche waschen angesagt ist.



Morgen geht es in einer kurzen Berg-Etappe nach Schröcken und danach muss ich noch die weitere Entwicklung der Wettervorhersage abwarten.



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