42: Von Nassereith nach Brand

In Kürze: Sehr nette und wasserreiche Etappe mit zwei Gästen und einem geruchsintensiven Hüttenerlebnis.


Gestern waren für heute ab 14 Uhr Starkregen und Gewitter angesagt - wieder einmal ist eine Früh-Etappe angesagt. Zuvor noch ein gutes Frühstück in Fiss und bei der Gelegenheit ein ganz großes Danke an Niki und Susi, die mich knapp 2 Tage großzügig beherbergt und kulinarisch bestens versorgt haben.


Niki hat mich dann auch noch zum Endpunkt meiner letzten Etappe, der Raststation bei Nassereith gebracht. Von dort ging es dann los und meine 2 Gäste waren erstaunlicherweise pünktlich vor Ort (was mich um meinen zweiten Kaffee gebracht hat).



Alex und Wolfgang sind heute mit von der Partie. Und war es anfangs noch kurz lustig, so hab ich ihnen dann die heutige Tour vorgestellt und die Wetterlage berichtet, was sofort zu besorgter Nachdenklichkeit geführt hat.



Aber jetzt gibt es kein Zurück mehr also los geht's. Der erste Teil des Weges war eine Forststraße, die zu Beginn stark bergauf führte und wo es schon bald am Rand der Straße steil bergab ging.


Gott sei Dank wurden wir durch unsere sehr ernsthaften und tiefsinnigen Gespräche, wie wir diesen Planeten retten können, derart in Anspruch genommen, dass wir die Strapazen der Wanderung fast nicht wahrgenommen haben.


Gegen 11 Uhr haben wir die Tarrentonalm erreicht - heute unsere einzige Raststation auf der Strecke.



Wir haben erneut die Lage besprochen und haben uns dafür entschieden, weiter zu gehen.


Davor noch haben wir Stimmen aus der Küche gehört, wo es offenbar Uneinigkeit darüber gab, ob das Wasser (für was auch immer) heiß genug ist. Was wir dann nur am Rande mitbekommen haben, war, dass der Kellner einen Wasserkübel auf den Holzofen gestellt hat.


Nach einiger Zeit gab es auf jeden Fall einen ziemlich strengen Geruch im Raum. Da ich ja mittlerweile die Auswirkungen von körperlichen Anstrengungen auf den Geruchssinn gut kenne, denk ich mir noch: Na bumm, wir drei können das Raumklima ganz schön verschärfen. Als es dann aber vom Ofen zum Rauchen begonnen hat und der Geruch deutlich beißender wurde, haben wir schon geahnt, dass da was nicht stimmt.


Während ich laut vor mich hin überlege, ob eventuell der Kübel auf dem Ofen zu schmelzen beginnt, ist Alex - als Mann der Tat - sofort aufgesprungen und hat die Reste des bereits geschmolzenen Plastikkübels vom Ofen genommen. Da Teile des Kübels noch am Ofen klebten, wurde der Geruch im Raum schon recht unangenehm, so dass wir aus der Hütte ins Freie geflüchtet sind.


Das Hüttenpersonal hat sich dann 100 Mal bei uns entschuldigt, aber wir sind dann einfach draußen sitzen geblieben und haben dort fertig gegessen und getrunken.


Der zweite Teil des Weges war dann ein schmaler Wanderweg entlang eines gut gefüllten Flusses. Während wir anfangs noch sehr konzentriert und sicher vorankamen ...



... so mussten wir etwas später sehr herausfordernde Situationen meistern.



Am Bild könnt ihr erkennen, wie Wolfgang schon den Notruf verständigen will bevor noch was passiert ist. Gott sei Dank ist alles glimpflich verlaufen und wir konnten unverletzt weitergehen.


Es folgte ein sehr anspruchsvoller Abstieg in eine Schlucht, an dessen Ende wir erschöpft, aber zufrieden den Fluss Überqueren konnten.



Zum Schluss mussten wir noch den richtigen Weg zu unserem Ziel finden ...



... und mit vereinter Anstrengung und unter der Einschaltung der Notrufnummer für orientierungslose Wanderer haben wir auch diese Challenge gemeistert.


Völlig erschöpft und zufrieden dem heute Geleisteten haben wir noch einmal die Schlüsselstellen der Tour besprochen und auf unseren Erfolg angestoßen.



Dann sind die beiden mit dem Taxi zum Ausgangspunkt der Tour zurückgefahren. Herzlichen Dank fürs Mitgehen und genießt euren weiteren Tirol-Urlaub.


Ich sitze jetzt noch in der Gaststube des Gasthof Bergblick (vom Berg ist allerdings nichts zu sehen) und denke über den Sinn des Lebens nach und ob ich nicht doch eine Nachspeise bestellen soll.



Morgen geht es dann nach Stranzach, einer der großen Metropolen Tirols. Und wer noch überlegt, einmal mitzugehen, sollte sich rasch entscheiden, weil wenn alles gut geht, erreiche ich Mitte nächster Woche Feldkirch.


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