39: Vom Karvendelhaus nach Leutasch

Zusammenfassung: Letzte Karvendeletappe im Regen - kein Schlafsaal mehr!


Da der Abend ja gestern sehr positiv verlaufen ist, hab ich mir gedacht, dass das mit dem Schlafen auch irgendwie gehen wird.


Irgendwie ist es eh gegangen, aber es hat schon damit begonnen, dass um halb zehn schon alle in unserem Zimmer geschlafen haben - außerdem sind wir schon 11 (statt ursprünglich 9) im 13er-Zimmer. Ich bin für Schlafsäle schlecht vorbereitet und versuche rasch in den Schlafsack zu kommen. Mit dem kurzen Leiberl ist aber ganz schön kalt außerdem müsste ich noch wohin.


Was machen? Ich schlafe ja gerüchteweise nicht völlig lautlos und wenn ich jetzt auch noch zwei Mal aufstehe, werden mich die anderen 10 hassen. Aber es geht nicht anders - also Pullover anziehen und kurz rausgehen. Ich warte sicherheitshalber eine dreiviertel Stunde draußen, damit mir das nicht noch einmal passiert. Wie ich da so am Gang war, hab ich gemerkt, dass ich nicht allein bin. Da war ein ziemlicher Verkehr auf dem Weg zur Toilette. Da ich auf einer Kiste am Gang gesessen bin, haben die meisten vermutlich geglaubt, ich bin der Nachtwächter (oder das Nachtgespenst).


Nächster Versuch: ich schlafe tatsächlich ein, wache aber um 4 Uhr wieder auf. Nicht schon wieder. Ich steh einfach auf und setz mich in die Gaststube bis zum Frühstück - da stör ich niemanden. Ich steh also auf, aber die Gaststube ist natürlich zugesperrt. Es ist aber schon recht kalt und draußen regnet es und alle meine Sachen sind im Schlafsaal. Da hab ich's. Ich gehe in den Trockenraum - der einzig beheizte Raum in einer Hütte. Dort hab ich dann 1 1/2 Stunden bis zum Frühstück abgesessen (und andere Frühaufsteher erschreckt, die ihre Sachen holen wollten) und habe eingesehen, dass ich für größere Schlafsäle in Hütten ungeeignet bin.


Heute ist ja durchaus einiges an Regen angesagt, also volle Montur und Abmarsch gleich nach dem Frühstück um ca. 7 Uhr 30. Vorher hab ich noch McGyver-mäßig meinen kaputten Stock mit Leukoplast repariert.



Noch regnet's nicht und so bietet sich gleich zu Beginn ein sehr schöner Anblick (mit Karvendelhaus)



Im Großen und Ganzen ist der Weg bis Scharnitz ein breiter Forstweg durchs Karvendeltal, der aber landschaftlich einiges zu bieten hat.



Da es wenig Fixpunkte entlang des Weges gab und das Tal schon recht lang ist, hab ich mich am Fluss und zufließenden Bächen orientiert, um einen Überblick zu haben, wo ich bin.



Kurz vor Scharnitz bog der Weg zur vermeintlichen Blitzkapelle ab. Ich werde da eine kleine Opfergabe darbringen und dafür bekomme ich keine Probleme mit Gewittern.



Die Blitzkapelle hat sich dann als Birzlkapelle herausgestellt - ich brauch jetzt wirklich eine Brille.


In Scharnitz hab ich dann in einer klassischen Tiroler Pizzeria (mit Altherrenrunde, da scheinbar einziges noch offenes Lokal) Mittag gegessen und dann ging es noch weiter nach Leutasch.


Da es bisher nur bergab gegangen ist, hab ich schon befürchtet, dass die angegebenen Höhenmeter noch kommen müssen und so war es auch. Sie kamen in Form der Sattelklamm, die über den Hohen Sattel nach Leutasch führte. Damit es am Schluss nicht zu einfach wird, hat es auch stärker zu regnen begonnen.



So schaut man halt aus, wenn man nach 4 Stunden Schlaf bereits 6 1/2 Stunden unterwegs ist.


In Leutasch hab ich mein Quartier bezogen, geduscht und ein Nachmittags-Nickerchen gemacht - danach hat die Welt schon wieder anders ausgeschaut.


Am Abend hab ich dann noch in einem ausgezeichneten Restaurant das beste Essen seit Langem genossen - ein Hirschsteak. Damit ist der Tag sehr versöhnlich zu Ende gegangen.



Heute geht es durchs Gaistal nach Lermoos und eventuell bekomme ich dort Besuch.

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