38: Von Eng zum Karvendelhaus

Zusammenfassung: Zweite, gemütliche Karvendeletappe - noch vor dem Regen -mit Hüttenabend.


Wieder einmal sind Gewitter angesagt, die ja im Karvendel einen besonders schlechten Ruf haben. Das heisst 7 Uhr Frühstück und um 7 Uhr 30 geht's los.



Das Wetter schaut noch sehr gut aus - das Karvendelgebirge zeigt sich von seiner besten Seite. Gleich zu Beginn führt der Weg durchs Enger Almdorf, wo noch Käse hergestellt wird.



Wer einmal gerne im Käsebottich baden möchte kann das hier gerne versuchen - den Rührstäben muss man halt immer ausweichen.



Ein letzter Blick zurück und dann führt ein sehr schöner Wald- und Weidenweg zum Hohljoch. Heute war nicht mein schnellster Tag, was ich auch daran gemerkt habe, dass mich eine deutlich ältere Dame doch recht locker überholt hat.



Das Hohljoch ist auch der Übergang zu den Laliderer Wänden, besonders senkrechten Riesen. (Damit sind nicht die Kühe gemeint)



Die Wände sind tatsächlich ziemlich beeindruckend, aber der Weg davor führt durch riesige Geröllhalden, die sogenannten Laliderer Reisen. Nach meiner gestrigen Geröll-Lawinen-Erfahrung war ich auf der Hut und habe alle Bewegungen im Geröll aufmerksam beobachtet.



Geschafft, so sieht das aus, wenn man das Geröll durchquert hat. Faktisch als Belohnung wartete schon die Falkenhütte auf mich und ca. die Hälfte war heute schon wieder geschafft.


Der anschließende Forstweg führte vorerst wieder hinunter (in Tirol sind ebene Wege verboten - esch geht bergauf oder bergab).



Der Weg endete aber scheinbar in einem mächtigen Flussbett ohne Wasser. Laut Plan sollte er auf der anderen Seite weitergehen, aber da war erst einmal nichts zu erkennen. Ich bin dann trotzdem auf die andere Seite gewandert und da hab ich das Problem gesehen. Offensichtlich ist das Flussbett nicht immer leer und der Fluss hat Teile des Ufers mitgerissen und damit endete ein Weg - quasi als Sprungschanze ins leere Flussbett.


Von dort ging dann das letzte Wegstück wieder bergauf zum Karvendelhaus - ein sehr schöner Weg mit viel Landschaft.



Im Karvendelhaus hab ich gleich einmal erfahren, dass ich in einem 13er-Schlafsaal derzeit zu Neunt untergebracht bin - o wie ich mich schon darauf freue.


Nachdem ich mein Bett bezogen habe, setze ich mich gleich in die Gaststube - draußen regnet's und was soll ich sonst tun. Ich bin schon auf einen Abend mit Sudoku und Patience vorbereitet - da füllt sich die Gaststube faktisch bis auf den letzten Platz. Auch an meinem Tisch finden sich ein Vater mit seinem Sohn, zwei Arbeitskolleg*innen (alle vier machen eine Karvendel-Tour), zwei Schwestern (oder Freundinnen), die von München nach Venedig gehen und ein Extremsportler, der ungefähr in meine Richtung geht, aber zum Beispiel heute 47km mit 2.700 Höhenmetern gegangen ist. Er hat auch einen Blog (wegalsziel.at), wer sich das einmal anschauen möchte, aber das ist wirklich eine ganz andere Liga.


Es ist dann tatsächlich so was wie ein netter Hüttenabend geworden und am Schluss haben wir "Phase 10" gespielt. Was übrigens ebenfalls bemerkenswert war: Der Hüttenwirt ist in die Gaststube gekommen "Jetzt huarcht's amol olle zua!" Und hat dort den morgigen Wetterbericht erklärt und was das für Konsequenzen für alle möglichen Touren hat. Dafür hat er eine großen Applaus bekommen - das sollte sich als Standard durchsetzen.



Um halb 10 ging es dann in den Schlafsaal und das war deutlich weniger erfreulich, aber das ist eine andere Geschichte.

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