34: Von Kufstein nach Breitenbach am Inn

Summary: Langer K(r)ampf durch Langkampfen mit Verlust wichtiger Ausrüstung


Wieder einmal um 7 Uhr Aufstehen (eigentlich ist das ja mein Urlaub). Danach ein kurzes, aber gutes Bauernhof-Frühstück und dann heisst's Abschied nehmen - zuerst von den beiden Heidis und vom Bauernhof, weil Sabine bringt mich noch nach Kufstein.


In Kufstein fahren wir noch zur Corona-Testung, da ich am Wochenende bei der Hochzeit meiner Nichte bin. (Bin zwar geimpft, aber sicher ist sicher.) Danach noch zum Bahnhof, da ich ja immer von dort starte, wo ich zuletzt aufgehört habe. Dort verabschiede ich mich auch von Sabine: Herzlichen Dank noch einmal für die Gastfreundschaft und das Mitgehen auf meiner Tour. Danke auch an Heidi (und Ludwig) für den Tirol-Besuch und den gemeinsamen Bauernhoftag und Danke an die andere Heidi (Sabines Schwester) für die Einführung ins Watten - das man das Niicht-Tiroler*innen zeigt ist eine spezielle Ehre.


Und los geht's wieder.



Gleich nach Kufstein erfolgte die Querung der Inntal-Autobahn - das ist die, auf der täglich 15.000 Lastwagen durch Österreich donnern.



Eigentlich wollte ich ja ein Tal hinter dem Inn zum Kaiserhaus gehen, aber dort war nichts mehr frei und darum geht's heute und morgen durchs Inntal. Am Anfang waren durchaus noch nette Forst- und Waldwege ...



... doch dann kam der Business Park Langkampfen. Offensichtlich hab ich das bei der Routenplanung übersehen, aber ich bin über 2 km entlang einer wirklich schirchen Straße neben lauter mehr oder weniger industriellen Bauten entlang gegangen.


Ich wollte nur noch durch, da hab ich gemerkt, das mein ultracooles Kapperl weg ist - das muss mir aus meiner Hosentasche gerutscht sein. Auch wenn der Verlust sehr schmerzlich ist - hier noch einmal ein Erinnerungsfoto:



Noch einmal 2km zurück durch die Todeszone und dann noch einmal zurück mit der Möglichkeit, das Kapperl gar nicht zu finden, hätte meine psychische Kapitulation zur Folge gehabt - darum verabschiede ich mich von dir, liebes Kapperl - du hast mich heldenhaft gegen die Sonne und Bremsenangriffe von hinten beschützt.


Ich hab die industrielle Wüste durch das Abbiegen nach Unterlangkampfen hinter mich gebracht. Auch keine Perle am Inn, aber zumindest ein normaler Ort. Die touristische Zuversicht dürfte sich aber hier auch in Grenzen halten, wie folgendes Schild zeigt:



Man muss das zweimal anschauen, aber das "Zimmer - frei" ist fix auf der Tafel und kann nicht verstellt werden. Das heisst, die Möglichkeit, dass einmal alle Ferienwohnungen besetzt sein könnten, wurde von Vorhinein ausgeschlossen, was ich zu einem gewissen Grad nachvollziehen kann.


Danach kam - Gott sei Dank - wieder eine längere Wald-Forstweg-Etappe und eigentlich wäre schön langsam das erste Wirtshaus fällig. Ich hab daher etwas getan, was Männer eigentlich nie tun - ich hab nach dem Weg (zum nächsten Wirtshaus) gefragt. Es war tatsächlich eines in der Nähe - nur ein kleiner Umweg - das hatte aber (noch) nicht geöffnet. Eine dort anwesende Dame hat meine Verzweiflung sofort erkannt und mir gesagt, dass es 300 Meter weiter ein Lokal gibt, wo man Essen kann.


In dem Lokal gab es zwar was zum Essen, aber die Köchin war nicht da (warum auch immer). Daher gab es für mich nur Pizza zur Auswahl. So hab ein klassisches Tiroler Mittagessen - eine Pizza Frutti di Mare - zu mir genommen und bin wieder weiter gegangen.


Die nächsten 5km war ein gerader Forstweg ohne Schatten mit permanenten Bremsenattacken - ein echter Leckerbissen. Am einzigen Schatten-Flucht-Bankerl mit eigener Brücke bin ich leider vorbei gegangen.



Endlich wieder Wald, hab ich mir danach gedacht, aber etwas zu Früh gefreut. Zu den Bremsen kamen nämlich auch Gelsen dazu und der Weg hatte wieder einige Dschungel-Abschnitte.


Letztendlich bin ich doch in Breitenbach angekommen. Als ich zum gebuchten Quartier komme, steht dort: "bis 30.Juli wegen Betriebsurlaub geschlossen" - nicht das auch noch! Nach Telefonat mit dem Besitzer hat sich aber herausgestellt, dass das nur für den Gasthof gilt und dort schon ein Kuvert mit meinem Zimmerschlüssel lag.



Vis a vis gibt es ein Cafe-Restaurant und ein Getränk hab ich mir jetzt redlich verdient. Am Nachmittag war ich allerdings der einzige Gast und die Kellnerin hat mir mit typischem Balkan-Charme zu verstehen gegeben, dass ich ihr eigentlich am Nerv gehe. Mit zunehmender Bestellung bin ich ihr allerdings sympathischer geworden und ich bilde mir ein dass sie jetzt am Abend sogar einmal gelächelt hat.


In der Hoffnung auf eine wieder etwas nettere Etappe morgen, werde ich mich jetzt in mein Zimmer begeben und noch ein Sudoku lösen.


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