31: Von Lofer nach Erpfendorf

In Kürze: Ich hab"s ins heilige Land geschafft - yeeeaaaahhh!!!


Heute sind schon ab Mittag Gewitter angesagt - also heißt es früh starten. Sehr zur Freude des Personals wollte ich schon um 7 Uhr frühstücken, obwohl es erst um 7 Uhr 30 startet. Einen Kaffee hab ich schon bekommen, aber das Brot wird erst gebacken. Dann check ich halt schon aus. Da musste der Chef extra kommen und er hat mir auch kummervoll erzählt, dass die Rezeption eigentlich erst um 8 Uhr besetzt ist - außerdem ist heute Sonntag. Nachdem ich mich also beim gesamten Personal beliebt gemacht hab, bin ich doch noch um 7 Uhr 45 weg gekommen.


Vom Weg hab ich mir heute nicht allzu viel erwartet, aber es hat zumindest mit einem netten Waldweg begonnen wo man noch einmal auf Lofer zurück schauen konnte.



Dann ging es Richtung Pass Straub zur magischen Grenze. Vorher kamen noch die Überreste der Festung Straub.



Ich dachte zuerst, hier haben sich die Salzburger gegen die wilden Tiroler gewehrt, aber es war eine Festung gegen die napoleonischen Truppen. Die Festung ist dann durch Verrat an die Franzosen gefallen, die sie schleifen ließen. Das ist wie eine Österreich-Ausgabe von Games of Thrones.


Und dann wurde es tatsächlich Wirklichkeit: Ich habe das heilige Land betreten.



Ehrfürchtig hab ich inne gehalten, um diesen großen Moment zu erleben. Meine ersten Begegnungen in Tirol waren allerdings drei Bremsen, die sich todesmutig auf mich gestürzt haben (zu ihrem letzten Flug). Ich vermute aber, dass das Salzburger Bremsen waren, die nicht wollten, dass ich nach Tirol komme.


Die Luft war dann sofort reiner, die Bäche klarer, die Landschaft kräftiger ... und der Verkehr dichter.


Das erste Tiroler Gasthaus war der Gasthof Strub, wo ich sofort auf die 3G's kontrolliert wurde (so wie bei allen anderen Tiroler Gasthäusern bisher auch). Offensichtlich hat man hier aus den Anfangsfehlern gelernt.


Beim Wirten in Waidring ist neben mir eine Tiroler Altherrenrunde beim Frühschoppen gesessen. Es wurde heftig über Almen, bäuerliche Erbfolgen und soziale Ereignisse debattiert - so weit ich es verstanden habe. Im Gegensatz zur Kaisermühlenrunde vor einer Woche war es aber eine wirklich erfrischende Diskussion.


Jedes Land hat ja seine Eigenheiten und so folgen die Wegmarkierungen hier in Tirol zeitweise einer eigenen Logik.



Hier zum Beispiel ein etwas ambivalenter Hinweis, der entweder auf eine drohende Felswand verweist oder aber die Fortsetzung eines Wand(erweges) andeutet.



Das Beispiel gefällt mir besonders. Es folgt der Verneinungslogik. Man sagt nicht, wo der richtige Weg hingeht, sondern man schließt einen falschen aus. Ganz schön raffiniert - die Tiroler*innen (wobei ich nicht sicher bin, ob man Tiroler überhaupt gendern darf).


Der restliche Weg war wie erwartet nicht allzu erwähnenswert (siehe gestrigen Blog über das Gehen auf Radwegen). Auffällig war, dass ich außer 1.500 Bremsen keine Tiere gesehen habe. Darum ist das heutige Tierbild ein Suchbild.



Ich bin übrigens eine Stunde vor dem Gewitter im Hotel angekommen - der Wetterbericht und ich sind mittlerweile gute Freunde geworden.



Morgen darf ich ab Mittag wieder einen Gast begrüßen und es geht schon ins Kaiserbachtal - ein Highlight für alle Bergdoktor-Fans.



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