29: Von Maria Alm nach Weißbach bei Lofer

Kurz: Zache Etappe mit Einsiedler-Begegnung.


Das Problem mit den guten Hotels ist, dass man nicht so leicht wegkommt. So hab ich heute mit 9 Uhr 30 einen Rekord im Spät-Weggehen aufgestellt. Generell war das Motivationslevel heute nicht so hoch. Darum hab ich mir vorgenommen, auf jedem Bankerl eine kurze Pause zu machen - heute ist ja eh nur eine Flach-Etappe.


Die allerdings schon mit einem kleinen Bergerl begonnen hat, sodass ich nach einer Stunde schon recht verschwitzt beim ersten Gasthof war. Dort hab ich mir dann noch einmal angeschaut, wo ich gegangen wäre, wenn ich den Bergweg gewählt hätte.



Man kann nicht alles haben. Nach einigen Wander- und Forstwegen kam ich zu einer Tafel, die ein militärisches Übungsgebiet ankündigte und dringlich empfohl, am Weg zu bleiben. Nach meiner gestrigen "Unter Beschuss"-Erfahrung hatte ich wenig Lust auf ähnliche Erlebnisse, aber es war Freitag, Mittag. In Erinnerung an meine Bundesheer-Zeit war ich mir ziemlich sicher, dass da momentan nicht geübt wird.


Es folgte ein netter Waldweg, die in einiger Höhe an Saalfelden vorbei führte. Bei einem meiner Bankerl-Erholphasen entdeckte ich das:



Na, da lass ich mich nicht zweimal bitten und nehme einen kräftigen Schluck aus der Adamsquelle. In Sekundenschnelle war ich vollständig erholt und wollte sofort auf einen hohen Berg sprinten. Die Wirkung hat dann doch wieder nachgelassen und ich bin weiter gegangen.


Offensichtlich war das eine kraftvolle Gegend, weil die Wegtafeln Kraftplätze und Wege der Stille ankündigten. Wie ich dann auf den Wegweiser gestoßen bin, bin ich hellhörig geworden.



Ein kleiner Umweg ist heute drinnen - das schau ich mir an. Außerdem liegt ein Schloß auch noch auf dem Weg. Der Weg war dann schon recht steil bergauf. Und als dann das Schloß zu war, weil in Privatbesitz, war ich mir nicht mehr so sicher, ob das eine gute Idee war. Das Gebäude auf dem nächsten Bild war offensichtlich Teil der Story, ich weiß allerdings nicht, um was es sich handelt (hat wer Ideen?)



Und dann kam die Einsiedelei. Zuerst einmal bot sich ein herrlicher Ausblick auf die Gegend.



Dann hab ich ein Gebäude gesehen, dass teilweise im Stein war. Dafür saß ein Mann und ich dachte, der möchte einen Eintritt für die Besichtigung des Hauses.



Ich hab ihn also gefragt, wie viel der Eintritt kostet, worauf er mir gesagt hat, dass man da nicht rein kann, weil das sein Haus ist. Aha und warum wohnt er da? Erst recht spät im Gespräch bin ich draufgekommen, dass er der Einsiedler ist. Scheinbar ist das Haus seit dem 18. Jahrhundert durchgehend von Einsiedlern bewohnt worden und diese Tradition wird auch heute noch aufrecht gehalten. Hier ist die Ahnentafel dazu:



Er ist übrigens nur von Mai/Juni bis Oktober dort - im Winter ist Pause. Also wenn jemand einen ruhigen Sommerjob sucht - in der Pfarre Saalfelden melden.


Mittlerweile war ich schon recht hungrig und da kam mir der Wegweiser mit dem Gasthaus Hubertus gerade recht. 30 Minuten - das geht noch. Wie ich beim Gasthaus ankommen, sehe ich die erste Tafel, die herrliche Wildgerichte ankündigt und wähne mich schon im kulinarischen Himmel, als mich die zweite Tafel mit den Öffnungszeiten sofort aus dem Paradies vertreibt. Wie kann ein Gasthaus Freitag, Mittag zu haben - das ist fast schon ein Skandal. Ich hab mich dann trotzdem in den leeren Gastgarten gesetzt und ein Käsesemmerl und 5 TUC-Kekse gegessen.


Über den restlichen Weg, einen Radweg entlang der Straße gibt es nicht so viel zu berichten, außer, dass er gefühlt immer länger wurde bis er schließlich doch noch zu meinem heutigen - sehr einfachen - Quartier in Weißbach führte.



Der Wetterbericht für die kommenden Tage macht mich ein bisserl unrund, da an fast allen Tagen ab Nachmittag Gewitter angesagt sind. Ich werde mich wohl an ein paar Straßenetappen gewöhnen müssen. Morgen geht's einmal in einer Kurzetappe nach Lofer und dann schauen wir weiter.


Zum Abschluss noch das Tierfoto des Tages: heute einmal Schweine die hatten wir noch nicht.




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