28: Von der Kopphütte nach Maria Alm

Summary: 4-Hüttenwanderung mit Umleitungen und Bogenbeschuss


Heute hat der Blick in der Früh schon ganz anders ausgeschaut.



Und das Wetter war auch schön. Heute ist eine mittlere Etappe am Programm - also kein Stress in der Früh, aber um 9 sollte ich jetzt schon losgehen.


Es hat zwar gleich mit einer Steigung begonnen - dafür war nach 45 Minuten bereits die erste Hütte. Nach der gestrigen Wüstenetapoe kann ich die natürlich nicht auslassen und bei einem gespritzten Apfelsaft plaudere ich ein bisschen mit dem Hüttenwirt.



Der Weg bis zur Erichhütte sollte eben sein, das fängt heute gut an. Auf einmal sehe ich über mir einen Greifvogel (Falke, Habicht oder Busard - bin kein Ornithologe) und noch zwei. Ich hab ihnen ganz fasziniert zugeschaut wie sie in der Luft scheinbar stehen bleiben und dann zum Tiefflug ansetzen.



Bemerkenswert gutes Foto - oder? Dann hab ich mich gefragt, ob die nicht auch mich angreifen könnten. Es ist zwar nicht so, dass man mich leicht mit einer Maus verwechselt, aber vielleicht gefällt ihnen ja das Muster auf meiner coolen Kappe oder sie wollen mich einfach aus ihrem Revier vertreiben - war aber nicht so.


Auf der Erichhütte hab ich dann Ida, die jüngste Bergsteigerin kennen gelernt. Mit ihren 9 Monaten hatte sie schon einige Bergtouren mit ihren Eltern hinter sich.



Der Weg zur Pichlalm wäre eigentlich nicht lang gewesen, aber auf einmal war dort, wo der Weg sein sollte wieder einmal ein rot-weiß-rotes Absperrband. Da das ein Stück über einen doch schon etwas wilderen Bach war und auch die Wegweiser schon ummontiert wurden, bin ich dann doch dem neuen Wegweiser gefolgt. Das war aber immer mehr die falsche Richtung. Ein entgegenkommender Wanderer hat mir dann versichert, dass der Weg ein Stück weiter unten über den Fluss führt und dann wieder in die richtige Richtung geht. In Summe hat mich der Spaß 2 km, 100 Höhrnmeter und eine Stunde zusätzlich gekostet.


Dementsprechend froh war ich, wie ich bei der Pichlalm war. Dort konnte ein Mann nicht bezahlen, weil er unterwegs das Geldbörsel verloren hat. Er wollte den Weg zurückgehen und dann mit dem Auto rauffahren. Nach 10 Minuten haben wir ihn schon von weitem wieder gesehen, wie er gewunken (oder gewinkt?) hat. Seine Frau ist dann aufgesprungen, hat allen gezeigt, dass er den Autoschlüssel vergessen hat und ist ihm entgegengegangen. 2 Deutsche vom Nebentisch und ich haben uns wissend angelächelt: Kein schlechter Zechpreller-Trick.


Der Weg zur vierten Alm war dann unspektakulär und ich hab mir dort einen Marillen-Topfenstrudel bestellt. Da ich nicht sicher war, ob eine der Marillen schon hinüber war, hab ich als medizinische Sofortmaßnahme nachher einen kräftigen Schluck von meinem Flachmann genommen (Danke Wolfgang).


In Hinterthal (starker Name) angekommen, war ich faktisch in der Zielgeraden, weil Maria Alm ist ja gleich daneben. Der Wegweiser mit der 2 1/2 Stunden-Zeitangabe hat mich dann doch nervös gemacht. Und der Grund war wieder einmal ein Berg oder eher ein Hügel, der zwischen mir und Maria Alm war.


Gut, also noch einmal bergauf: Was ist das jetzt? Schon wieder eine Umleitung mit dem Hinweis, dass da ein Bogen-Parcour ist. Um nicht von Pfeilen durchbohrt zu werden bin ich halt wieder die Umleitung (natürlich bergauf) gegangen. Da kommen mir scheinbar zwei Wanderer entgegen und ich wollte mich schon mit Ihnen wegen dem Umweg austauschen - da sehe ich dass beide schwer bewaffnet sind - mit Superbogen mit Zielfernrohr und ganz vielen Pfeilen. Sie bleiben 20 Meter vor mir stehen und zielen fast in die Richtung, wo ich noch hingehen muss. Nachdem der erste geschossen hat, fragt er mich, ob ich vorbei will. Ich lehne freundlich ab, mit dem Hinweis, dass ich noch gerne weiterleben möchte. Darauf meint der andere, mir kann eh nichts passieren, weil ich den dicken Rucksack am Rücken hab. Ich geh davon aus dass es ein Scherz war, hab aber trotzdem gewartet bis der andere geschossen hat.



Als Beweis könnt ihr hier die Wegweiser des Bogenparcours neben der Wanderweg-Markierung sehen. Ich bin dann zügig weitergegangen und hab dann noch eine weitere Gruppe laut lachen gehört. Plötzlich hab ich den Einschlag eines Pfeilen in der Nähe gehört, aber nicht gesehen. Ich hab dann laut "Aaachtuuung!!!" geschrien noch einen Pfeil einschlagen gehört und bin dann aus der Gefahrenzone verschwunden.


Das allerletzte Stück war zwar nicht besonders memerkenswert, dafür mit schöner Aussicht.



Nach 10 Stunden Brutto-Gehzeit bin ich jetzt endlich im Hotel angekommen.



Ist übrigens ein recht cooles "Design-Hotel" mit einer gescheiten Bar und guter Musik.




Für morgen hab ich umgeplant. Ich gehe jetzt nicht über das Steinerne Meer - bergfex schreibt zu dem Weg, dass absolute Schwindelfreiheit und Trittsicherheit sowie eine Menge Erfahrung notwendig ist, um die vielen exponierten Stellen zu überwinden. Also nix für mich allein - so wird es halt eine Flach-/Straßenetappe nach Weißenbach bei Lofer, falls ich morgen aufstehen kann.




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