11: Von Mürzsteg zum Graf-Meran-Haus

Kurz: Vor allem Bergauf-Wanderung mit Hüttengesprächen.


Der Tag hat etwas hektischer als notwendig begonnen. In meiner ÖBB-App hab ich herausgefunden, dass knapp vor 9 Uhr ein Bus von Neuberg nach Mürzsteg geht. Eigentlich genug Zeit für einen gemütlichen Morgen. Ich habe also gepackt und gefrühstückt und war - obwohl es am Schluss doch etwas eng wurde - rechtzeitig bei der Busstation.



Das Foto zeigt eine schöne Hotelfassade vis a vis der Busstation. Innen ist aber alles Baustelle.


Zur Sicherheit schaue ich noch auf die Fahrplantafel und da steht am Sonntag bei der Abfahrt "9 Uhr 9C". Ein paar Minuten später - nicht so schlimm. Da war doch noch ein "C" - vielleicht hat das ja doch eine Bedeutung.


Und tatsächlich heißt das, dass es diesen Bus nur während der Schulferien gibt. Ich checke nochmals did App, da steht doch 8 Uhr 59 - aber am falschen Tag. Als Wiener bin ich es offensichtlich nicht gewohnt, dass man bei Abfahrtszeiten "ab sofort" auch aufs Datum schauen muss.


Na gut, dann halt wieder mit dem Taxi. Die Vermittlung sagt mir, dass frühestens in einer Stunde ein Taxi frei ist und das bei einem Wetterbericht mit Gewitterwahrscheinlichkeit am Nachmittag.


Verzweifelt gehe ich zum Gasthof zurück und hadere mit der ungerechten Welt, da bietet mir mein Wirt an, mich nach Mürzsteg zu führen - umsonst. Also wenn ihr einmal in Neuberg a.d. Mürz seid unbedingt beim Gasthof Schäffer vorbeischauen: Gutes Essen - Guter Wirt.


Zeitlich gerade noch wie geplant gehe ich dann von Mürzsteg los. Nach den ersten beiden ebenen Kilometern ging's dann nur mehr bergauf und wie immer ohne Bankerl zum Rasten.


Nach einer gefühlten Ewigkeit, bin ich dann aus dem Wald auf eine Lichtung gekommen. Und wieder wurde hier eine neue Forststraße errichtet - die Steiermark ist ein wahres Eldorado für Forststraßenbauer. Offensichtlich hat der Bau aber die Wegmarkierungen durcheinandergebracht und ich brauchte eine ganze Weile, bis ich wieder einen Weg fand.


Leider den falschen wie mir meine Navi-App nach einiger Zeit glaubhaft vermittelt hat. Da ich aber mittlerweile weiß, dass die Wegebauer keinen Hügel auslassen, brauche ich also nur nach oben zu gehen. Und siehe da, ich war wieder am Weg.


Die Markierung auf dem Foto zeigt von meiner Erleichterung über den wieder gefundenen Weg.


Die Gegend wurde dann zunehmend weidiger (wunderbare Worterfindung) und damit kamen auch die Kühe - und wirklich viele davon (viel mehr als am Foto) Aber da mir ein mögliches Gewitter mehr Sorgen gemacht hat als die Kühe, bin ich zügig und wagemutig an ihnen vorbeigekommen.


Das letzte Stück mit sehr schönen Blumenwiesen zieht sich dann noch einmal wie ein Strudelteig.


Aber ich bin rechtzeitig bei der Hütte angekommen. Wobei rechtzeitig relativ ist, da es dann bei uns gar kein Gewitter gegeben hat.


Auf der Hütte war es dann ein richtig netter Nachmittag mit interessanten Gesprächen mit Wanderern, der sehr netten Hüttenwirtin und dem dort stationierten Bergretter.


Da ich heute der einzige Übernachtungsgast bin, liege ich schon um 20 Uhr im Zimmer - schauen wir einmal, ob die Nacht ein bisschen spooky wird.



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